edition fink Hanna Züllig Grundrisse 1993–1995
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inhalt:Grundrisse 1993–1995

Hanna Züllig
Grundrisse 1993–1995

Katalogheft

Textbeitrag von Christoph Vögele

8 Seiten, 12 Abb., 32 x 24 cm, Drahtheftung

Gestaltung Georg Rutishauser, Zürich

edition fink, Zürich 1996
ISBN 978-3-906086-17-0

 

Vergriffen

«Auf dem Kiesvorplatz meiner Grosseltern kratzten wir die Grundrisse unserer Zimmer in den Kies, so, dass braune Erde als Zeichnung hervorschien: hier ist das Bett, hier ein Stuhl, hier ein Tisch, da die Türe – eintreten durfte man nur durch die Türe, nicht etwa barbarisch durch die Wände schreiten, die gesetzte Linie war verbindlich, wir glaubten der Grenze, obwohl sie uns ja keinen physischen Widerstand bot, sie ja vielmehr eine Übereinkunft und eine Bedingung unseres Spiels war.»
Diese Kindheitserinnerung führt direkt zur Arbeit «Grundrisse». Hanna Züllig hat bisher rund 35 Räume – Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küchen – ausgemessen und im Massstab 1:25 festgehalten.
Das Katalogheft enthält eine Auswahl von 12 Grundrissen, die mit dem jeweiligen Namen von Wohnort und Bewohnern sowie dem Datum der Ausmessung bezeichnet sind. Die Grundrisse werden ergänzt mit einem Text von Christoph Vögele.
Einerseits interessiert in den Grundrissen die Verschränkung von Positiv- und Negativformen, von materieller und immaterieller Präsenz. Es geht um das Begreifen und Handhaben von Raum, um die Klärung von Gebietsansprüchen. Was in den Grundrissen sichtbar gemacht wird, ist das Unsichtbare, das Übersehene von Raum und Luft, die Negativformen, die scheinbar nicht sind. Andrerseits steht hinter der Arbeit die durchaus existenzielle Frage: Welche Räume sind mir und anderen Lebensraum? Und darüber hinaus geht die Frage nach dem eigenen Raum, nach dem eigenen Platz, die sich mit der Frage nach der eigenen Identität verbindet.

Von Hanna Züllig, Grundrisse liegt unter dem gleichen Titel eine Vorzugsausgabe mit 12 Serigrafien vor.


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