edition fink Christian Vetter Disappearing Eye
cover:Disappearing Eye

Christian Vetter
Disappearing Eye

Herausgegeben vom Kunstmuseum St. Gallen und der Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen

Texte von Andreas Baur und Konrad Bitterli sowie ein Gespräch von Stefanie Kasper mit Christian Vetter (dt./engl.)

210 Seiten, 78 Abb., davon 37 in Farbe, 22,5 x 19,5 cm, Steckbroschur in Schutzumschlag

Gestaltung Georg Rutishauser, Zürich

edition fink, Zürich 2008
ISBN 978-3-03746-135-8

CHF 38.00 / EUR 29.00 / USD 35.00

 

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«History Park» betitelte Christian Vetter eine umfangreiche Werkserie, mit der er seit 2002 in der Schweizer Kunstszene prominent hervorgetreten ist. Einsame Berggipfel, steinerne Monumente, geheimnisvolle Höhlen, verlassene Jagdhochsitze, bühnenartige Waldlichtungen, aber auch Interieurs mit heimeligen Cheminéefeuern bilden das leicht antiquierte Inventar der menschenleeren Gemälde. Nicht einmal im Ansatz versucht der Künstler, das offensichtliche Vakuum durch virtuose Malerei zu kaschieren. Es ist diese eigenartige Leere, die gleichermassen fasziniert wie irritiert. Mit «Disappearing Eye» erscheint nun – zur gleichnamigen Ausstellung im Kunstmuseum St. Gallen und anlässlich der Vergabe des Manor-Kunstpreises 2008 – eine umfangreiche monografische Publikation zum aktuellen Schaffen.
Christian Vetters Werk lebt von Gegensätzen und subtilen Zwischenräumen. Diese werden in seinen Fenster- und Mauerbildern Motiv und verweisen zugleich auf essentielle Fragen zur Malerei: das Licht als Grundlage und Gegenstand des Bildes zum einen und das Verhältnis zwischen dem realen Raum des Betrachters und dem imaginären Raum des Bildes zum anderen. Seine Gemälde und seine Installationen leben von der kollektiven Erinnerung an mediale Vorbilder.
Christian Vetters Kunst thematisiert die medial geprägte Bildwelt der Gegenwart und die sich darin offenbarenden Sehnsüchte. Diese Welthaltigkeit verbindet sich mit einem Befragen der künstlerischen Gattungen und ihrer Traditionen, indem er diese durch die raffinierte Verwendung neuer Medien wie Fotografie, Film und Video erweitert. Zugleich unterläuft er mit der provisorischen Wirkung seiner Installationen und begehbaren Bilder jeden Anspruch auf Gültigkeit und verweist auf eine grundlegende Skepsis gegenüber tradierten Werkbegriffen, die sein formal distanziertes, intellektuell provozierendes Schaffen als höchst eigenwillige, komplexe Weltbefragung auszeichnet.
Die vorliegende Publikation führt – als Steckbroschur in 16 thematisch und medial angelegten Bogen – das Schaffen der letzten Jahre in den Medien Installation, Malerei sowie Fotografie zusammen und zeigt durch die ineinander greifenden Sequenzen die bisweilen überraschende Korrespondenz der unterschiedlichen, bisher vor allem getrennt wahrgenommenen Werkgruppen. Die Textbeiträge von Andreas Baur und Konrad Bitterli sowie eine Gespräch von Stefanie Kasper mit dem Künstler sind – je auf einem eigenen Bogen – zwischen die Bildstrecken eingepasst und laden zur weiterführenden Beschäftigung ein, einem ganz und gar lustvollen und anregenden Unterfangen.


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